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Kohlenhydrate

1. Was sind Kohlenhydrate?

Kohlenhydrate sind eine Gruppe von Nährstoffen, die aus Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen bestehen. Sie sind eine wichtige Energiequelle für den Körper und können in drei Hauptkategorien eingeteilt werden: Einfachzucker (Monosaccharide), Zweifachzucker (Disaccharide) und Mehrfachzucker (Polysaccharide).

Einfachzucker sind die kleinsten Formen von Kohlenhydraten und umfassen Glukose, Fruktose und Galaktose. Sie sind in vielen Lebensmitteln wie Früchten, Gemüse, Milchprodukten und Honig enthalten. Zweifachzucker sind eine Kombination aus zwei Einfachzuckern und umfassen Saccharose (Tafelzucker), Lactose (Milchzucker) und Maltose (Malzzucker). Mehrfachzucker sind lange Ketten von Einfachzuckern und umfassen Stärke, Glykogen und Ballaststoffe. Sie sind in vielen Lebensmitteln wie Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis und Hülsenfrüchten enthalten. Ballaststoffe sind auch in vielen Früchten, Gemüsen und Vollkornprodukten enthalten.

Kohlenhydrate sind eine wichtige Energiequelle für den Körper, aber es ist auch wichtig, eine ausgewogene Ernährung mit ausreichenden Mengen an Proteinen, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen zu haben. Eine übermäßige Aufnahme von Kohlenhydraten kann zu Gewichtszunahme und anderen gesundheitlichen Problemen führen, während eine unzureichende Aufnahme zu Energieabfall und anderen gesundheitlichen Problemen führen kann.


2. Wofür Kohlenhydrate in Hundefutter?

Kohlenhydrate sind zwar nicht essentiell, stellen jedoch einen wichtigen und berechtigten Energielieferanten dar. Sie sind stärkereich (60-80%), arm an Eiweiß (ca. 7-12 %) und Kalzium und teilweise auch arm an Rohfaser. Kohlenhydrate bestehen vor allem aus Glucose, welche für das zentrale Nervensystem und dessen Funktion notwendig ist. Wie hoch der tägliche Bedarf ist, muss individuell errechnet werden, denn auch der Bedarf an Kohlenhydraten hängt von Alter, Rasse und der Aktivität ab.


2. Die Verwertbarkeit von Kohlenhydraten:

Die in Getreide enthaltene Stärke kann meist nicht direkt verwertet werden, daher sollten Nudeln, Reis und Co vor der Verfütterung durch Erhitzung bearbeitet werden, da es sonst zu Durchfall kommen kann. Geeignete Methoden zum Stärkeaufschluss ist das Kochen von Getreide. Bitte achte darauf, dass die verwendeten Sorten sehr weich gekocht sein müssen!

Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Getreideflocken. Da diese Flocken in der Produktion gewalzt werden ist hier die Stärkeverdaulichkeit bereits verbessert. Solche Flocken kannst Du mit der etwa 3-fachen Menge warmen Wasser einweichen. Haferflocken können auch ohne weitere Behandlung verfüttert werden.


3. Sind Kohlenhydrate sinnvoll für Hunde?

Getreide hat in den letzten Jahren einen schlechten Ruf bekommen. Viele Hersteller getreidefreien Futters und auch Züchter behaupten oftmals, Getreide sei nur ein billiger Füllstoff und könne vom Hund wegen seiner Abstammung vom Wolf nicht verwertet werden. Über die Jahre hat unser Haushund hat sich auch genetisch dem Menschen angepasst und ist sehr wohl in der Lage, Getreide und somit Kohlenhydrate zu verwerten.



Insbesondere bei sportlich aktiven Hunden, während der Trächtigkeit (Energieversorgung der Welpen über Glukose) und der Säugephase (Laktat in der Milch) empfiehlt sich eine Fütterung, die Kohlenhydrate beinhaltet. Kohlenhydrate liefern viel und schnell Energie und sind bei vorangegangenen Beispielen besonders zu empfehlen, außerdem erfordern bestimmte Krankheiten eine Reduktion von Eiweiß und eine erhöhte Gabe von Kohlenhydraten, wie z.B. die Nierendiät.


4. Welche Kohlenhydratquellen für Hunde geeignet sind

  • Kartoffel und Süßkartoffel: Sie sind eine Quelle von Kohlenhydraten und Ballaststoffen und enthalten auch einige wichtige Nährstoffe wie Kalium, Vitamin C und Vitamin B6. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Kartoffeln richtig zubereitet werden, bevor sie an den Hund verfüttert werden. Rohe Kartoffeln enthalten Solanin, ein Toxin, das für Hunde giftig sein kann und Verdauungsprobleme verursachen kann. Deshalb sollten Kartoffeln immer gekocht, gebraten oder gebacken werden, bevor sie dem Hund gegeben werden.

  • Reis: wird gerne bei Magen-Darm-Problemen eingesetzt, da er leicht verdaulich und somit gut verträglich ist. Auch bei diesen Kohlenhydratquellen gilt: Ausreichend lange kochen, damit es nicht zu Durchfällen kommt. Der Reis sollte hierfür schön weich und matschig gekocht werden.

  • Nudeln: Nudeln sollten ca 10min länger als Al-dente gekocht werden um einen optimalen Aufschluss zu gewährleisten

  • Auch Hirse, Tapioka, Haferflocken und Quinoa bieten sich an, genau wie Buchweizen, Gerste oder Amaranth. Probiert einfach aus, was Eurem Hund schmeckt.




5. Wie ist das mit dem Gluten?

Viele fürchten sich vor Gluten, dem Klebereiweiß in Getreide und fürchten, dass Hunde empfindlich darauf reagieren. Bekannt ist diese Unverträglichkeit derzeit jedoch nur beim Irish Setter.

Wenn Du dennoch auf Gluten in Getreide verzichten willst, eignen sich beispielsweise Reis, Hirse, Mais, Amaranth, Quinoa, (Süß-)Kartoffeln und Buchweizen.


6. Wieviele Kohlenhydrate sollte ich füttern?

Kohlenhydrate bilden oft die Grundlage in der Hundefütterung und können mit 45-55% bei Adulten Hundenden Hauptanteil stellen, bei Welpen können Kohlenhydrate 35-45% der Ration ausmachen. Sie können in handelsüblichem Trockenfutter zwischen 30-60% ausmachen, der genaue Bedarf des Tieres sollte hier im optimal Fall berechnet und darauf abgestimmt sein.

Als Obergrenze der Kohlenhydrataufnahme gelten 5g pro kg Körpergewicht des Hundes, wird dieser Wert überschritten, tritt ein saurer Durchfall auf oder das Tier entwickelt durch die Überversorgung an nicht benötigter Energie Übergewicht.


Gerne berechne ich die Ration abgestimmt auf Dein Tier, damit es zu keiner Überversorgung führt.


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