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Proteine

1. Welchen Nutzen haben Proteine?

Protein ist für Dein Haustier ein essenzieller Nährstoff, den er für verschiedene Stoffwechselprozesse benötigt.

  1. Strukturbildung: Proteine sind wichtige Bausteine für den Aufbau von Gewebe wie Haut, Haare, Nägel, Knochen, Muskeln und Organen. Sie geben diesen Geweben Stabilität und Form.

  2. Enzymfunktion: Enzyme sind Proteine, die chemische Reaktionen im Körper katalysieren. Sie helfen bei der Verdauung von Nahrungsmitteln, der Umwandlung von Nährstoffen in Energie und der Entgiftung von schädlichen Substanzen im Körper.

  3. Transportfunktion: Einige Proteine dienen als Transportmoleküle, um Nährstoffe wie Sauerstoff, Kohlenhydrate und Fette durch den Körper zu transportieren.

  4. Immunfunktion: Antikörper sind Proteine, die vom Immunsystem produziert werden, um den Körper vor Krankheitserregern wie Viren, Bakterien und Parasiten zu schützen.

  5. Hormonfunktion: Hormone sind Proteine oder Peptide, die von Drüsen im Körper produziert werden und verschiedene Funktionen im Körper regulieren, wie z.B. den Stoffwechsel, den Blutzuckerspiegel, den Schlaf-Wach-Rhythmus und die Fortpflanzung.

  6. Energiegewinnung: Proteine können als Energiequelle für den Körper dienen, wenn andere Energiequellen wie Kohlenhydrate und Fette nicht verfügbar sind.

Eine ausreichende Zufuhr von hochwertigen Proteinen durch die Ernährung ist für die Körperfunktionen von Mensch und Tier unverzichtbar.. Proteine werden aus Aminosäuren zusammengesetzt, hier gibt es essentielle und nicht-essentielle:


a) Essentielle Aminosäuren

Hunde benötigen wie alle Säugetiere eine ausgewogene Ernährung, die alle essentiellen Aminosäuren enthält, die der Körper nicht selbst herstellen kann und daher über die Nahrung aufgenommen werden müssen:

  1. Arginin

  2. Histidin

  3. Isoleucin

  4. Leucin

  5. Lysin

  6. Methionin

  7. Phenylalanin

  8. Threonin

  9. Tryptophan

  10. Valin

Bei der Katze ist zusätzlich das Taurin essentiell.


Diese essentiellen Aminosäuren sind wichtig für den Aufbau von Proteinen im Körper und erfüllen viele wichtige Funktionen wie z.B. die Regulierung des Stoffwechsels, die Unterstützung des Immunsystems, die Unterstützung des Muskelaufbaus und die Erhaltung der Haut- und Fellgesundheit.


b) Nicht-essentielle Aminosäuren

Manche Aminosäuren müssen nicht über die Nahrung aufgenommen werden, da der Organismus in der Lage ist körpereigene – nichtessenzielle – Aminosäuren zu produzieren.

  1. Alanin

  2. Asparagin

  3. Asparaginsäure

  4. Cystein

  5. Glutamin

  6. Glutaminsäure

  7. Glycin

  8. Prolin

  9. Serin

  10. Tyrosin

Diese nicht essentiellen Aminosäuren erfüllen ebenfalls wichtige Funktionen im Körper, wie z.B. die Unterstützung des Immunsystems, die Regulierung des Stoffwechsels, die Unterstützung der Muskelfunktion und die Erhaltung der Haut- und Fellgesundheit.


In der Regel können Hunde und Katzen die notwendigen nicht essentiellen Aminosäuren selbst produzieren, es kann jedoch Situationen geben, in denen eine zusätzliche Ergänzung mit bestimmten Aminosäuren erforderlich ist, z.B. bei bestimmten Krankheiten oder während des Wachstums und der Entwicklung. Es ist immer ratsam, sich mit einem spezialisierten Tierarzt oder einem Ernährungsberater zu beraten, um sicherzustellen, dass die Ernährung des Tieres alle notwendigen Nährstoffe enthält.



2. Proteinquellen:

Entgegen der Annahme, dass Hunde ihr Protein nur aus Fleisch von Rind, Huhn etc. ziehen sollten, ist die Eiweißversorgung auch auf alternativem Weg möglich. Hunde gehören zur Gruppe der Carni-Omnivore und gelten als „Fleisch- und Allesfresser“, deshalb können sie Nährstoffe sowohl aus pflanzlichen als auch tierischen Quellen ziehen. Hunde können also nicht nur Proteine Muskelfleisch und tierischen Produkte wie Eier, Milch, Käse ziehen, sondern auch aus Insekten und pflanzlichen Komponenten wie Hülsenfrüchte und sogar Pseudogetreide. Aber Achtung: Protein ist nicht gleich Protein. Nicht alle Aminosäuren können aus allen pflanzlichen oder tierischen Quellen gezogen werden, hier empfiehlt sich - vorallem bei einer rein vegetraischen Ernährung- eine ausführliche und professionelle Rationsberechnung.



a) biologische Wertigkeit

Die biologische Wertigkeit von Proteinen bezieht sich auf die Fähigkeit des Körpers, das Protein in seinem Gewebe zu nutzen und auszunutzen, je höher die biologische Wertigkeit, desto besser kann das Protein genutzt werden, um neues Gewebe aufzubauen oder bestehendes Gewebe zu erhalten.

Die biologische Wertigkeit von Proteinen hängt von der Zusammensetzung der Aminosäuren im Protein ab. Proteine, die alle essentiellen Aminosäuren in ausreichender Menge enthalten, haben eine höhere biologische Wertigkeit als Proteine, die nur einige oder keine essentiellen Aminosäuren enthalten.

Tierische Proteine wie Fleisch, Fisch und Milchprodukte haben in der Regel eine höhere biologische Wertigkeit als pflanzliche Proteine wie Bohnen und Getreide aber eine Kombination von verschiedenen pflanzlichen Proteinquellen kann auch eine ausreichende Versorgung mit allen essentiellen Aminosäuren gewährleisten. Die biologische Wertigkeit von Proteinquellen kann auch durch Faktoren wie Kochen, Verarbeitung und Kombination mit anderen Lebensmitteln beeinflusst werden. Zum Beispiel kann das Kochen von Eiern die biologische Wertigkeit des Eiweißes erhöhen, da die Hitze die Struktur des Proteins aufbricht und die Aminosäuren für den Körper leichter zugänglich macht.

Die biologische Wertigkeit lässt jedoch nicht auf die Qualität des Proteins schließen und trifft lediglich eine Aussage darüber, wie einfach das Protein verdaut werden kann. Diese Wertigkeit lässt sich leicht mit dem "Output" bewerten, bereits eine 10% geringere Wertigkeit verdoppelt das Kotvolumen.


3. Wie viel Protein braucht ein Hund?

Damit Dein Hund seine körperlichen Stoffwechselprozesse problemlos durchführen kann, benötigt er eine Mindestmenge an hochwertigem Eiweiß. Wie viel Protein ein Hund benötigt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Welpen benötigen zu Beginn ihres Lebens eine sehr proteinreiche Nahrung. Der Bedarf nimmt jedoch im Laufe der Monate ab. Für junge Hunde ist es wichtig, ein passendes Welpenfutter zu wählen, das auf die Wachstumsphase, die Rasse und das Gewicht des Welpen abgestimmt ist.

Allerdings können Hunde, die sehr aktiv sind oder spezielle Bedürfnisse haben, wie z.B. schwangere oder stillende Hündinnen oder Hunde mit bestimmten Gesundheitsproblemen, einen höheren oder niedrigeren Proteinbedarf haben.


Beispiel:

ein adulter 5kg Hund benötigt ca 16,7g Rohprotein am Tag,

ein 20kg Hund liegt hier bei 47,3g täglich.

Ein Welpe 6 Monate alter Welpe der gerade 10kg

wiegt würde bei einem erwarteten Endgewicht

von 20kg ganze 56,3g Protein am Tag benötigen!




Welpen sollten daher nie Adult-Futter erhalten da dies weder den Protein- noch den Nährstoffbedarf während des Wachstums deckt.


Solltest du dir unsicher sein, ob dein Hund mit einer ausreichenden Menge an Aminosäuren versorgt wird, melde dich gerne für eine Rationsüberprüfung bei mir.


4. Wie viel Protein braucht eine Katze?

Der Proteinbedarf einer Katze ist im Vergleich zu anderen Säugetieren relativ hoch, da Katzen Fleischfresser sind und ihre Ernährung hauptsächlich aus tierischen Proteinquellen besteht. Katzen benötigen eine ausreichende Menge an Protein in ihrer Ernährung, um ein gesundes Körpergewicht zu halten, Muskelmasse aufzubauen und zu erhalten sowie andere Körperfunktionen wie die Hormonproduktion und das Immunsystem zu unterstützen.

Der Proteingehalt in der Katzenfutter sollte mindestens 26% für erwachsene Katzen und 30% für wachsende Kätzchen betragen. Allerdings können Katzen, die sehr aktiv sind oder spezielle Bedürfnisse haben, wie z.B. trächtige oder säugende Katzen oder Katzen mit bestimmten Gesundheitsproblemen, einen höheren Proteinbedarf haben.


5. Fehler in der Proteinversorgung:

a) Proteinmangel bei Tieren

Ein Proteinmangel bei Hund und Katze kann zu verschiedenen Gesundheitsproblemen führen, da Protein eine wichtige Rolle bei vielen Körperfunktionen spielt. Einige Anzeichen von Proteinmangel bei Hunden können sein:

  • Verlust von Muskelmasse und Gewicht

  • Muskelschwäche

  • Langsames Wachstum bei Welpen

  • Abgeschlagenheit und Lethargie

  • Hautprobleme und - Infektionen

  • Stumpfes, glanzloses Fell

  • Anfälligkeit für Infektionen und Parasiten

  • Reduzierte Fruchtbarkeit und Fortpflanzungsprobleme

  • Verzögerte Wundheilung

  • Störungen im Immunsystem

  • Verminderte Milchproduktion bei laktierenden Hündinnen

  • chronischer Durchfall

b) Zuviel Protein

Eine übermäßige Proteinaufnahme kann auch bei Hunden zu verschiedenen Gesundheitsproblemen führen und sogar Organschäden und Krankheiten begünstigen. Leber und Niere sind aktiv an den Entgiftungsprozessen im Körper beteiligt, bei der Verdauung von Eiweißen entsteht das hochgiftige Abbauprodukt Ammoniak, welches gefiltert und abtransportiert werden muss. Wenn Hunde zu viel Protein aufnehmen, müssen sie eine größere Menge an dem in Ammoniak enthaltenen Stickstoff ausscheiden, was zu einer höheren Belastung der Nieren führen kann. Sind Niere und Leber überlastet oder vorgeschädigt, können die Reinigungsprozesse im Organismus des Tieres nicht ordnungsgemäß ablaufen, sodass sich diese toxischen Stoffe ansammeln. Einige Anzeichen von zu viel Protein bei Hunden können sein:

  • Durst und erhöhtes Wasserlassen

  • Anfälligkeit für Harnwegsinfektionen

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Blähungen

  • Verdauungsstörungen wie Durchfall oder Verstopfung

  • überreichender Kot

  • Hautprobleme oder allergische Reaktionen

  • Überlastung der Nieren oder Nierenerkrankungen bei Hunden mit bereits bestehenden Nierenproblemen

Als Orientierung kann der Rohproteinanteil auf der Verpackung dienen (max. 25 % für einen adulten gesunden Hund).





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