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Verschiedene Ernährungsformen

Aktualisiert: 21. Feb. 2023

Gerade während meiner Ausbildung zur Ernährungsberaterin fiel mir und meinen Studienkollegen auf, dass es deutlich mehr Diskussionen und sogar Streits unter den Tierbesitzern aufgrund der Ernährungsform gibt als wir dachten. Über die eigene Ernährung macht sich der Tierbesitzer oft nicht so viele Gedanken, aber wehe jemand anderes füttert seinen Hund mit Trockenfutter o.Ä., dann gehen die Streiterein los. Besonders oft kann man diese Diskussionen auf Facebook beobachten.

Doch was ist nun DAS richtige Futter?

Gerade neue Hundeeltern stehen oft vor der großen Frage, welche die richtige Ernährungsform für das Haustier ist. Die Möglichkeiten scheinen schier endlos: von Trocken- und Nassfutter über Barfen, Kochen bis hin zur vegetarischen Kost ist fast alles möglich – doch was ist nun das Richtige?


Die gute Nachricht: es gibt nicht DIE EINE LÖSUNG! Nicht DAS EINE FUTTER!

Jedes Futter muss individuell in das Leben des Mensch-Tier-Teams passen.


Doch worauf muss man achten?


Grundsätzlich sollte man hierauf achten:

Zunächst sollte die gewünscht Nahrung dem Tier bekommen, sollten Unverträglichkeiten bestehen ist hier ein Wechsel unumgänglich. Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die die Wahl des richtigen Futters beeinflussen:

  • Das Alter des Hundes ist bei der Auswahl des Futters ein entscheidendes Kriterium. Denn Hunde haben, je nach Lebensphase, unterschiedliche Anforderungen an ihre Ernährung. Viele Hersteller bieten deshalb spezielles Futter für die unterschiedlichen Altersstufen von Welpe bis Senior an.

  • Aktivität und Rasse spielen bei der Ermittlung des Futterbedarfs eine große Rolle. Hunde, die viel unterwegs sind, sind hungriger als ruhige Hunde – das ist bei Tieren genauso wie beim Menschen.

  • Der Bedarf des Hundes ändert sich innerhalb einer Altersphase, zum Beispiel durch Trächtigkeit oder Fellwechsel. Diese Faktoren sollte der Halter stets im Auge behalten.

  • Allergien und Krankheiten sind ebenfalls Indikatoren für einen veränderten Nährstoffbedarf. Je nach Unverträglichkeit müssen Halter auf hypoallergenes Futter zurückgreifen oder eine Ausschlussdiät vornehmen.

Die klassischen Varianten: Nass- und Trockenfutter

Nass- und Trockenfutter wird in Deutschland in den meisten Fällen industriell hergestellt und ist weit verbreitet. Die Bezeichnungen Nassfutter und Trockenfutter weisen dabei auf den Wassergehalt des Fertigfutters hin. In jedem Fall wird das Futter ultrahoch erhitzt und dann vakuumverpackt, um eine lange Haltbarkeit zu gewährleisten. Sowohl Nass- als auch Trockenfutter sollte alle wichtigen Nährstoffe enthalten, die der Hund braucht, sollte mit "ohne Zusätze" geworben werden, sind zu wenige Nährstoffe im Futter enthalten (durch die Erhitzung werden einige zerstört, diese müssen danach wieder zugeführt werden und gelten als Zusätze)!

Trockenfutter hat gegenüber dem Nassfutter den Vorteil, dass es besser verdaulich ist, da es weniger Flüssigkeit enthält. Beide Varianten enthalten in der Regel Fleisch als Hauptbestandteil, dazu kommen pflanzliche Bestandteile und Getreide. Mittlerweile können Hundebesitzer bei einer Unverträglichkeit glutenfreies Futter kaufen.


Das BARFen:

Die Abkürzung steht für „biologisch artgerechtes rohes Futter“.

Dieser Ernährungstrend für Hunde ist in den letzten Jahren in Deutschland immer populärer geworden und basiert ausschließlich auf rohen Zutaten. Dabei wird rohes Fleisch, rohes Gemüse,

roher Fisch, Innereien und Knochen zusammen mit Fetten oder Ölen gefüttert. Viele Halter kaufen große Mengen Fleisch und Knochen direkt beim Fleischer und frieren sie portionsweise ein. Hierbei sollte stets auf große Hygiene und ausgeglichene Nährstoff Gehälter geachtet werden! "Rezepte" aus Büchern oder dem Internet können für einzelne Tiere passen, sind durch die variierenden Bedürfnisse jedoch keineswegs für jedes Tier bedarfsgerecht! So kann eine Mahlzeit einem kleinen 5kg Hund ausreichen, bei einem großen 25kg Hund jedoch zu großen Mangelerscheinungen führen! Auch wenn es nicht dem "klassischen BARF" entspricht, können Rohfütterungen mit BARF-Zusätzen supplementiert werden, so werden weniger einzelne Zutaten benötigt, was die Fütterung einfach macht, jedoch nicht mehr dem nachgebauten "Beutetier" entspricht. Ich persönlich finde beide Lösungen vollkommen gerechtfertigt und berate gerne sowohl klassisch, als auch die abgewandelte Rohfütterung.Rationen sollten hier IMMER von einem Ernährungsberater individuell errechnet werden.


Kochrationen:

Ähnlich dem BARF ist das Kochen.

Hier werden die gekauften Fleisch und Innereien jedoch nicht roh, sondern gekocht mit Gemüse und Mineralfutter gefüttert. Der Vorteil durch das Kochen ist ganz klar die Reduzierung von Keimen. Da rohes Fleisch auch Zoonosen übertragen werden können sollten Familien mit kleinen Tieren oder älteren/ kranken Mitmenschen von der Fütterung mit BARF Abstand nehmen. Wer jedoch trotzdem frisches Fleisch und Gemüse füttern möchte, sollte dieses kochen. Da auch hier wie bei Dosenfutter durch die Erhitzung Nährstoffe verloren gehen, sind wieder Supplemente hinzu zu geben um keinen Mangel hervorzurufen.


Vegetarische Ernährung:

Wer sein Haustier gerne vegetetarisch ernähren möchte finden eine große Auswahl vegetarischer Produkte. Die tierischen Anteile des Futters sind dabei durch Eiweiße aus Hülsenfrüchten ersetzt. Bei der vegetarischen Fütterung ist unbedingt auf die richtige Zusammensetzung zu achten, damit das Tier alle benötigten Nährstoffe erhält. Sonst kann es zu schwerwiegenden Krankheiten kommen. Eine Ration sollte im optimal Fall stets von einem Ernährungsberater überprüft werden um eine Mangelernährung auszuschließen!


Der kleine Snack zwischendurch

Neben den verschiedenen Hauptfutterarten gibt es das sogenannte Beifutter. Es dient als Leckerli, als Snack zwischendurch oder als Belohnung im Training. Wichtig: JEDE Belohnung sollte in die Tages-Ration eingerechnet werden. Zu viele zusätzlich gefütterten Kalorien fördern Übergewicht und damit einhergehende Krankheiten! Besonders einfach ist dies bei der Fütterung mit Trockenfutter, füttert man z.B 350g täglich könnte man jeweils 3x 100g zu den Fütterungszeiten geben und die restlichen 50g im Training als Leckerlis nutzen. Bei allen anderen Fütterungsarten berechne ich dir gerne, wie viel du von was füttern kannst, ohne die Gesundheit deines Tieres zu gefährden.

Probieren geht über studieren

Welches Futter schlussendlich das richtige für den eigenen Hund ist, muss jeder Halter selbst herausfinden. Die Vorlieben des Tieres und Möglichkeiten des Halters spielen hier ebenso eine Rolle wie das Alter und der Gesundheitszustand. Solltest du dir unsicher sein, was für Dich und Dein Tier die ideale Lösung sein könnte melde dich gerne bei mir.



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